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Schacholympiade Dresden 2008
 

Internationaler Großmeister Sergej Ovsejevitsch entscheidet XXIV. Äskulap -Turnier für sich

Auch dieses Jahr zu Ostern fand in Görlitz wieder das Äskulap -Turnier statt. Eine Zeit, die dieses Jahr besonderer Bedeutung beigemessen wird, die EM der Frauen und Männer zur gleichen Zeit in Dresden. Nichtsdestotrotz begegneten sich über 170 Teilnehmer aus jeder Alters- und Leistungsklasse bei spannenden Partien, um die Sieger der jeweiligen Turniere zu ermitteln. Nach vier aufregenden Tagen waren die Sieger der vier Turniere schließlich ermittelt. 

Ungeschlagen setzte sich der Ukrainer in Sachsens zweit größtem Schachturnier durch und holte somit den zweiten Sieg in Folge.

XXIV. Äskulap -Open

Seit Oster-Mittwoch rangen 88 Teilnehmer in interessanten Begegnungen um die besten Züge. Vor allem die 13 Titelträger hatten sich vorgenommen, Vorjahressieger und Topfavorit IGM Sergej Ovsejevitsch als Schachkönig zu beerben. 

Doch schon in der zweiten Runde stellten sich die ersten Überraschungen ein. So unterlagen die Internationalen Meister Mikhail Zaitsev und Drazen Muse gegen ihre deutlich schwächer eingeschätzten Gegner und fielen so im Ringen um den Gesamtsieg weit zurück. Aber auch IM Michal Luch und und IM Virgini Dambrauskas mussten schon in Runde zwei Federn lassen und gaben jeweils einen halben Zähler ab. In der vierten Runde begannen sich die ersten Titelaspiranten vom Hauptfeld abzusetzen. So bezwang Sergej Ovsejevitsch seinen Kontrahenten IM Zbigniew Ksieski in einer spannenden Partie und setzte sich mit Krystian Kuzmicz und FM Mike Stolz, die nach ihren Siegen in diesem Durchgang ebenfalls vier Zähler vorweisen konnten, an die Tabellenspitze. Freitag Nachmittag schließlich rückte der Turniersieg für Titelverteidiger Ovsejevitsch deutlich näher, als er sich nach starkem Spiel gegen FIDE-Meister Mike Stolz durchzusetzen vermochte und auch Krystian Kuzmicz nicht über eine Punkteteilung herauskam. Mit 5 Punkten und einem halben Zäher Vorsprung zu Kuzmicz und Paul Zwahr ging der Großmeister nun in den letzten Spieltag.

Während sich Ovsejevitsch und Kuzmicz am Spitzenbrett mit einer Punkteteilung zufrieden gaben, musste der junge Dresdner Paul Zwahr eine bittere Niederlage gegen IM Mikhail Zaitsev, der sich nach seiner frühen Niederlage wieder an die Spitzengruppe aufschloss, verbuchen.

Damit lag der Ukrainer vor der letzten Runder weiter mit einem halben Zähler vor seinen ärgsten Kontrahenten. Nur eine Niederlage gegen Sopur Lech hätte IGM Sergej Ovsejevitsch (Bild) den erneuten Turniersieg noch verhageln können. Nachdem die ärgsten Verfolger jeweils nur einen halben Zähler aus der letzten Runde einfuhren, wäre Lech mit einem Erfolg der überraschende Turniersieg zugefallen. Doch trotz reichlicher Bemühungen Großmeister Ovsejevitsch zu entthronen, reichte es nur zu einem Remis und somit zum erneuten Turniersieg des Topfavoriten vor Krystian Kuzmicz und FM Mike Stolz. Sopur Lech musste sich mit dem undankbaren vierten Rang zufrieden geben, Zaitsev wurde 6.

Bester Görlitzer wurde Dariusz Soltys, der in diesem Turnier großartiges leistete. Mit einem Remis und den überzeugenden Siegen über die deutlich stärker eingeschätzten Christof Beyer, Christian Noack und Tino Proschmann spielte sich der Görlitzer auf einen tollen 39. Platz. Der erste Preis für den besten Spieler in seiner Leistungsgruppe sollte seine starke Leistung würdigen.

Mit allein 40 Teilnehmern stellte Sachsen fast die Hälfte aller Spieler, wobei die besondere Leistung von Paul Zwahr (Bild) von Grün-Weiß Dresden hervorzuheben ist, der mit seinem hervorragenden 10. Platz und 5 aus 7 Punkten gleichzeitig Sachseneinzelmeister 2007 wurde vor Thomas Schunk von Leipzig-Gohlis (20.) , Felix Häusler vom SC Oberland (22.) , Steffen Ranft von Motor Hainichen (23.) und Jens Piotraschke von TuS Coswig (24.) mit jeweils 4,5 Punkten. 

 

Die beste sächsische Spielerin war Petra Schulz aus Wilkau-Haßlau mit 4,5 Punkten auf Rang 18. vor Sandra Ulms (SC Leipzig-Gohlis) mit ebenfalls 4,5 Punkten (21.) und Dr. Gabriele Just von Lok Leipzig-Mitte (61.) 

Bei der Siegerehrung nach Ende der letzten Runde gratulierten der Görlitzer Bürgermeister Ulf Großmann, Vereinspräsident Siegfried Müller und Organisationsleiter Günther Pätzold Siegern und Platzierten, würdigten den guten Turnierverlauf und richteten den Blick schon auf das Jahr 2008, wenn das Äskulap seinen 25. Geburtstag feiert. Vorzumerken ist der 19.03.-22.03.2008, damit auch das XXV. Äskulap ein voller Erfolg wird.

V. Apotheken-Turnier

Mit über fünfzig Teilnehmern hat sich der "kleine Bruder" des Äskulaps als beliebte Ergänzung zum großen Open entwickelt. Da das Apotheken-Turnier nur für Spieler bis zu einer bestimmten Spielstärke (DWZ < 1800) zugänglich ist, bietet es vor allem schwächeren Spielern eine gute Möglichkeit erfolgreich zu sein.

Hier galt zu Turnierbeginn die Görlitzerin Anett Sänger als Titelfavoritin, nachdem sie im vergangenen Jahr mit dem undankbaren vierten Rang vorlieb nehmen musste. Doch als die Lausitzerin aus den ersten vier Runden nur 2,5 Punkte holte, schienen alle Titelträume in weite Ferne zu rücken.

Besonders hervor tat sich der Görlitzer Werner Strozewski, der bis dahin alle vier Partien für sich entscheiden konnte und zu Beginn der Runde fünf das Teilnehmerfeld anführte. Doch im Duell mit Jan-Eric Meißner, der selbst erst einen halben Punkt vergab, drehte sich für den Neißestädter das Blatt. Nach einer langen Partie musste sich der Görlitzer schließlich geschlagen geben und fand seit dem auch nicht mehr ins Spiel zurück. Auch in der sechsten und siebten Runde unterlag Werner Strozewski und landete schließlich auf Platz 15.

In Runde sechs sollte nun die Vorentscheidung für den Turniersieg fallen. Am Spitzenbrett trafen Eduard Dreyer und Jan-Eric Meißner aufeinander, die beide mit 5,5 Punkten beste Chancen auf den Turniersieg hatten. Schließlich gelang es Eduard Dreyer die Spitzenbegegnung für sich zu entscheiden und so dem erhofften Turniersieg einen gewaltigen Schritt näher, zu kommen.

In der finalen Runde genügte Dreyer nun ein Remis gegen Matthias Sanders um das Turnier souverän für sich entscheiden zu können. 

Platz zwei belegte Matthias Sanders, dritte wurde Anett Sänger, die nach einem holprigen Start keinen weiteren Zähler mehr abgab und so noch den Bronzerang erkämpfte.

Besonders erwähnenswert waren die Leistungen von Felix Özkul. Das Görlitzer Nachwuchstalent zeigte bei seinem ersten großen Turnier gute Partien und holte mit 3 Punkten einen überzeugenden 34. Rang.

Von insgesamt 51 Teilnehmern waren 28 aus Sachsen. Hier gingen die ersten drei Plätze nach Sachsen, wobei wie oben erwähnt die Leistungen von Anett Sänger (Bild) auch als beste weibliche Teilnehmerin hervorzuheben ist vor Gerda Strate von Weiße Dame Berlin, die mit 5 Punkten Rang 6 belegte und Elisa Silz von Viadrina Frankfurt/Oder mit 4 Punkten.  

Äskulap-Junior

Auch die Nachwuchsspieler überzeugten durch gute Partien. Bei den Jüngsten setzte sich nach fünf starken Runden der Nieskier Andreas Kirsten (Bild) durch. Mit fünf Siegen aus fünf Partien erspielte er sich souverän den 1. Platz. Bei den unter 14-jährigen setze sich schließlich Tim Meier vom SC Oberland mit ebenfalls 5 Siegen gegen seine Konkurrenz durch. In der U10 holte der Görlitzer Leon Hess mit einem Punkt den 9. Rang. Vincent Hoffmann (SV Görlitz 1990 e. V.) erspielte sich mit drei Zählern einen guten 14 Platz in der U14. 

Freizeit-Turnier

Ebenfalls spannend ging es bei den nichtaktiven Schachspielern zur Sache. Bis zur letzten Runde war der Turniersieg noch offen. Swen Stundzik erspielte sich im letzten Durchgang noch den Gesamterfolg, nachdem der Nieskier Heimo Dünzel unterlag und so auf Platz zwei zurückfiel.  

Spannende Begegnungen und hochkarätige Partien ließen das XXIV. Äskulap erneut zu einem sportlichen Großereignis in der Neißestadt werden. Eine gelungene Veranstaltung für Organisatoren, Sponsoren und Spieler; was besonders dem gastgebenden Görlitzer Schachverein zu verdanken ist.

Weitere Informationen rund um das Turnier, Ergebnislisten oder Fotos finden sie auf www.schachverein-goerlitz.de

 
 
 
 
 
 
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